Auswahl abgeschlossener Dissertationen
 
Dr. Norbert Scherer
   
Kooperationsentscheidungen in Forschung und Entwicklung
  Durch die immer schärfer werdende Konkurrenzsituation auf den nationalen und internationalen Märkten rückt die Notwendigkeit von Unternehmenskooperationen immer mehr in den Vordergrund. Besonders im Bereich Forschung und Entwicklung versprechen sich Unternehmen durch Kooperation Wettbewerbsvorteile. Neuere analytische Ansätze zur Untersuchung der Vorteilhaftigkeit von Kooperationen ergeben sich auf dem Gebiet der Spieltheorie, wobei insbesondere längerfristige Kooperationen untersucht werden. Ziel der Arbeit ist es festzustellen, inwieweit eine Kooperation von Unternehmen betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, und unter welchen Bedingungen, also Verhaltensweisen der Kooperationspartner, es vorteilhaft ist, die Kooperation langfristig aufrechtzuerhalten.  
     
Dr. Katrin Judex-Peer
     
  Der Einfluß des technologischen Wandels auf den Produktionsstandort
  Dem sich in letzter Zeit immer schneller vollziehenden technologischen Wandel wird das Potential zugestanden, räumliche Strukturen zu verändern. Von der Vielzahl der Unternehmensaktivitäten sind derzeit besonders die Produktionsaktivitäten von Umstrukturierungen geprägt. Unklar ist, inwieweit und in welchen Produktionssituationen der technologische Wandel die dezentralisierenden Tendenzen der Produktionsstandortverlagerungen in Richtung Niedriglohnländer stoppen kann. Ein Analyseansatz liegt in der Standorttheorie, die jedoch erhebliche Defizite aufweist, um Fragen zu klären, ob und wie der Einsatz von Technologie räumliche Wirkungen zeigt; wann und wie verstärken Informations- und Kommunikationstechnologien die Dezentralisierung und wann bedingen hochautomatisierte Produktionssysteme und komplexe High-Tech Produkte einen zentralen Produktionsstandort? Ziel der Arbeit ist, das vorhandene Erklärungswissen der über lange Zeit isoliert behandelten Fragen Produktionsstandort und technologischer Wandel zu koordinieren und über eine empirische Untersuchung zu erweitern.  
   
Dr. Hans Nagengast
   
Outsourcing von Dienstleistungen industrieller Unternehmen - Eine theoretische und empirische Analyse, 1997
  Die Thematik des Outsourcing findet in neueren Entwicklungen der unternehmerischen Praxis immer größere Berücksichtigung. In diesem Kontext wird u.a. von der Ausgliederung ganzer Unternehmensbereiche, der Fremdvergabe einzelner Aufträge, aber auch von einem Mittel zur innerbetrieblichen Straffung der Organisationsstruktur im Rahmen des Lean-Management gesprochen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dieser Entwicklung hat bisher überwiegend das Outsourcing für materielle Güter untersucht. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich nun, auf dem bestehenden Wissenstand aufbauend, mit dem Outsourcing von Dienstleistungen, deren wachsende einzel- und gesamtwirtschaftliche Bedeutung kennzeichnend für die Wirtschaftsentwicklung der Gegenwart ist. Im Rahmen der Arbeit soll das Entscheidungsproblem der Eigen- und Fremderstellung von Dienstleistungen unter besonderer Beachtung der Dienstleistungsspezifika ausführlich erörtert werden, wobei das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung eines Entscheidungsmodells für die Beantwortung der Frage, ob und wie Dienstleistungen ausgegliedert werden können, gelegt wird.  
     
Dr. Andreas Listl
     
  Target Costing zur Ermittlung der Preisuntergrenze - Entscheidungsorientiertes Kostenmanagement dargestellt am Beispiel der Automobilzulieferindustrie  
  Theoretische Untersuchungen zum Problem der Preisuntergrenzenbestimmung gibt es in der betriebswirtschaftlichen Literatur schon seit dem Anfang dieses Jahrhunderts, ihre Blüte dürfte die Diskussion Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre gehabt haben. Das Forschungsprojekt soll die allgemeinen theoretischen Kenntnisse zu einem praktikablen Instrumentarium für eine mehrjährige Serienauftragsfertigung ausbauen. Da als Anwendungsfall für das Projekt die Automobilzulieferindustrie dient, sind deren Geschäftsspezifika herauszuarbeiten und im zu entwickelnden Ansatz zu berücksichtigen. Von besonderem theoretischen Interesse ist der in der Praxis anspruchsvollste Fall einer mehrjährigen Lieferphase nach einer längeren auftragsspezifischen Entwicklungsphase. Für den Ansatz ergibt sich daraus die Notwendigkeit, das System zur Preisuntergrenzenbestimmung auf eine praktikable investitionstheoretische Basis zu stellen. Die gesuchte Preisuntergrenze ist zudem nicht vor dem Hintergrund eines unveränderten Kostengerüstes zu sehen, vielmehr ist der überwiegende Anteil der Kosten noch nicht vordisponiert, sondern beeinflußbar. Aus diesem Grund ist der Ansatz in ein marktorientiertes Zielkostenmanagement einzubetten. Dazu ist zu untersuchen, wie die Gedanken des Target Costing, des Prozeßkostenmanagements und des Benchmarking in die vorliegende Problematik eingepaßt werden können. Außerdem sind organisatorische und kostenplanerische Vorschläge zu erarbeiten, um ein in der Praxis akzeptiertes, praktikables Instrument zu erhalten.  
     
Dr. Jürgen Ferstl
     
Managervergütung und Shareholder Value: Konzeption einer wertorientierten Vergütung für das Top-Management
  In (großen) Aktiengesellschaften fallen Eigentum und Verfügungsgewalt in der Regel auseinander. Aktionäre und Manager streben jeweils nach Verwirklichung ihrer individuellen, im Vergleich teils divergierenden, Ziele. Neben den Maßnahmen der Corporate Governance und der Kontrolle über Märkte für Manager und Unternehmenskontrolle bietet die Entlohnung der Manager eine Möglichkeit, Anreize für aktionärsfreundliche Entscheidungen zu setzen. Rationale Aktionäre wünschen einen maximalen Zustrom aus Dividende und Kursgewinn, einen maximalen Shareholder Value. Konsequenterweise sollte die Vergütung des (Top)Managements auch an der Mehrung dieses Unternehmenswertes ansetzen. Realiter weist die Entlohnungsfunktion in deutschen Unternehmen zum einen einen hohen fixen Vergütungsanteil aus, zum anderen nimmt die variable Komponente Bezug auf Größen der externen Rechnungslegung, die nicht zwingend im Einklang mit dem Ziel der Unternehmenswertsteigerung stehen, oder andere, oft qualitative Zielgrößen.
Das Ziel der Untersuchung liegt in der Formulierung eines konzeptionellen Vorschlags, der einen direkten Zusammenhang zwischen der wertbezogenen Unternehmensperformance und der Vergütung von (Top)Managern herstellt. Dazu wird einerseits die Zielsetzung "Maximierung des Shareholder Value" vor dem Hintergrund der deutschen institutionellen Gegebenheiten, insbesondere der Unternehmensverfassung hinterfragt und andererseits nach rechtlich zulässigen Gestaltungsformen der variablen Entlohnung gesucht.
 
     
Dr. Michael Freitag
     
  Immobilienbewertung: Marktwertermittlung und Grenzpreisbestimmung bei Immobilien unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Steuersystems  
  Angesichts des riesigen Anteils am Volksvermögen, der in Deutschland in Immobilien gebunden ist, erfährt die Immobilienbewertung hierzulande eine nur stiefmütterliche Behandlung. Dies resultiert nicht zuletzt aus den zahlreichen Imponderabilitäten und Besonderheiten, die der Immobilienmarkt im Gegensatz zu anderen Märkten und hier insbesondere zum Kapitalmarkt aufweist. Während die Bewertung von Unternehmen in der Betriebswirtschaftslehre eine lange Tradition hat, wurde die wissenschaftliche Diskussion um die Bewertung von Immobilien bis heute kaum geführt. Immobilienbewertung ist bisher ausschließlich Praktikern überlassen, die bei der Bewertung auf ihre Erfahrungen oder auf gesetzlich festgelegte Bewertungsverfahren zurückgreifen. Wegen des oft fehlenden theoretischen Gehalts dieser Verfahren können zum heutigen Zeitpunkt aus betriebswirtschaftlicher Sicht keine befriedigenden Vorteilhaftigkeitsbeurteilungen von Immobilieninvestitionen getroffen werden.
Ziel der Arbeit ist es daher, betriebswirtschaftlich fundierte Bewertungsverfahren unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Immobilienmarktes auf die Bewertung von Immobilien zu übertragen.