Neuer Studiendekan

Aufgaben


Lehrbericht 2002/2003

Lehrbericht 2003/2004

Lehrbericht 2004/2005

Lehrbericht 2005/2006

Lehrbericht 2006/2007


Absolventenbefragung WS 2005/06


Lehrbericht der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Universität Regensburg Studienjahr 2003/04


Entsprechend dem Artikel 39a Abs. 3 des Bayerischen Hochschulgesetzes wird hiermit der Lehrbericht der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg für das Studienjahr 2003/04 vorgelegt.


1.Evaluationsprojekt WS 2003/04

Wie schon im vergangenen Studienjahr wurden auch im Wintersemester 2003/04 sämtliche Vorlesungen der Fakultät evaluiert. Dazu wurde wieder in einer der letzten Vorlesungswochen ein einheitlicher Fragebogen (siehe Anhang 1) an die anwesenden Studenten verteilt und nach etwa 15 Minuten wieder eingesammelt. Trotz des erheblichen Materialbedarfs und des Medienbruchs bei der Auswertung der Resultate wurde dem Papierweg der Vorzug gegeben vor dem elektronischen Weg, da bei Online-Evaluationen an anderen Fakultäten durchwegs sehr enttäuschende Rücklaufquoten berichtet wurden.
Es wurden insgesamt 70 Vorlesungen evaluiert. Neben Fragen zu Details der jeweiligen Lehrveranstaltung konnten die Studenten eine Bewertung auf einer Skala von 1 bis 5 abgeben und damit ihre Beurteilung der Veranstaltung in einen Zahlenwert verdichten. Als Neuerung konnten die Studenten auch das Niveau der Veranstaltung evaluieren. Diese Daten wurden dokumentiert und sollen in ihrem zeitlichen Verlauf zur Qualitätssicherung der Veranstaltungen der Fakultät beitragen (siehe Anhang 1). Nach dieser Auswertung wurden die ausgefüllten Fragebögen den einzelnen Dozenten zurückgegeben und damit diesen die Möglichkeit gegeben, aus den einzelnern Antworten und den studentischen Kommentaren Anregungen für eine Verbesserung der Lehre zu ziehen. Das arithmetische Mittel über die Durchschnittsnoten für die 70 Vorlesungen betrug 2,03. Die Bewertungen lagen alle im Bereich von 1,0 bis 3,3. Die fünf Massenveranstaltungen mit 150 und mehr Hörern erzielten nahezu das gleiche Resultat, nämlich ein arithmetisches Mittel von 2,06. Zum ersten Mal wurden auch die Seminare evaluiert. Dabei wurde naturgemäß ein anderer Fragebogen verwendet (siehe Anhang 1). Die Durchschnittsnoten für die acht Seminare lagen zwischen 1,0 und 1,83 mit einem arithmetischen Mittel von 1,46 (siehe Anhang 1). Insgesamt wird durch diese Ergebnisse ein hohes Engagement des Lehrkörpers in der Lehre dokumentiert.


2.Evaluationsprojekt SS 2004

Im Sommersemester 2004 wurden wieder alle Vorlesungen (67) und alle Seminare (15) evaluiert. Das Vorgehen war dabei dasselbe wie im vorangegangenen Wintersemester. Der Fragebogen für die Vorlesungen wurde um Fragen nach dem Studierverhalten ergänzt (Anhang 2). Der Fragebogen für die Seminare blieb unverändert, sodass diesbezüglich auf Anhang 1 verwiesen werden kann. Die Ergebnisse sind in Anhang 2 dokumentiert. Das arithmetische Mittel über die Durchschnittsnoten für die 67 Vorlesungen war diesmal noch etwas besser und betrug 1,95. Die Bewertungen lagen alle im Bereich von 1,0 bis 2,88. Die Tatsache, dass keine Veranstaltung eine schlechtere Durchschnittsnote als 3,0 erreichte, kann als ein schöner Erfolg der Bemühungen um eine Verbesserung der Lehre gewertet werden. Die fünf Massenveranstaltungen mit 150 und mehr Hörern erreichten ein etwas schlechteres Resultat, nämlich ein arithmetisches Mittel von 2,19. Dies ist angesichts der inhärenten didaktischen Schwierigkeiten bei solchen Massenveranstaltungen ein beachtliches Ergebnis für die daran beteiligten Dozenten. Die Durchschnittsnoten für die 15 Seminare lagen zwischen 1,0 und 2,27 mit einem arithmetischen Mittel von 1,73. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse einen anhaltend hohen Grad der Zufriedenheit der Studenten mit den Leistungen der Dozenten der Fakultät in der Lehre.


3.Evaluationen: Vertraulichkeit

Im vergangenen Studienjahr war in Teilen der Professorenschaft und in der Studentenschaft der Wunsch nach einer Veröffentlichung der Evaluationsergebnisse laut geworden. Wegen des damit verbundenen Konflikts mit dem Datenschutz habe ich den Landesbeauftragten für den Datenschutz, Herrn Reinhard Vetter, um Rat gefragt. Herr Vetter war so freundlich, ausführlich und präzise dazu in einem Gutachten Stellung zu nehmen. Eine Kopie dieses Gutachtens ist in Anhang 3 beigefügt. Die wichtigsten Punkte seien hier zitiert. Der Datenschutzbeauftragte schreibt im Hinblick auf studentische Evaluationen: "Gemäß Art. 39 a Abs. 3 Satz 4 BayHSchG werden die Bezeichnung der Lehrveranstaltung, die Namen der Lehrenden und die ausgewerteten Ergebnisse dem Fachbereichsrat und der Leitung der Hochschule bekannt gegeben und zur Bewertung der Lehre verwendet." Etwas weiter unten fährt das Gutachten fort: "Die gesetzliche Bestimmung des Art. 39 a Abs. 3 Satz 6 BayHSchG verbietet also die Verwendung der im Rahmen der Evaluation einer Lehrveranstaltung gewonnenen Daten für andere als die gesetzlich benannten Zwecke. Aufgrund dieses gesetzlichen Verwertungsverbotes ist die Verwendung der betreffenden Daten schlechthin unzulässig. Auch eine unter Umständen eingeholte Einwilligung ändert hieran nichts, weil sie das von Gesetzes wegen bestehende Verwertungsverbot nicht derogieren könnte." Nach einer weiteren Argumentation gegen das Einholen von Einwilligungserklärungen schließt Herr Vetter: "Ich bestreite nicht, dass die studentische Evaluation der Optimierung der akademischen Lehre dient und daher grundsätzlich zu begrüßen ist. Sie ist allerdings im Kern auf die Verbesserung der dienstlichen Leistungen des akademischen Lehrpersonals ausgerichtet, weshalb die für die Forschung und Lehre zur Dienstaufsicht berufenen Institutionen (nach Bayerischem Hochschulrecht der Fachbereichsrat und die Leitung der Hochschule) die bestimmungsgemäßen Adressaten der Evaluationsergebnisse sind. Eine personenbezogene Veröffentlichung dieser Ergebnisse ist hingegen, da datenschutzrechtlich nicht erforderlich, nicht zulässig. Die Evaluation ist mithin eine besondere Form der dienstlichen Bewertung und muss folglich datenschutzrechtlich wie diese behandelt werden. Öffentlich "an den Pranger gestellt zu werden, muss kein Dozent hinnehmen." Das Gutachten des Datenschutzbeauftragten lässt an Eindeutigkeit keine Wünsche offen. Die Evaluationsergebnisse werden daher nur dem Fachbereichsrat und - in diesem Lehrbericht - der Hochschulleitung bekannt gegeben.


4.Besondere Lehrangebote

Herr Professor Wiegard hat im Rahmen der vhb (Virtuelle Hochschule Bayern) seine virtuelle Vorlesung Europäische Wirtschaft einem breiteren Publikum zur Verfügung gestellt. Dabei wurde ein Experiment durchgeführt, um die Lernleistung der Studenten beurteilen zu können. Hierbei wurden die Studenten zufallsbedingt in drei Gruppen eingeteilt: Eine Präsenzgruppe, eine hybride Gruppe und eine virtuelle Gruppe. Die Präsenzgruppe hatte Präsenzvorlesung und Präsenzübung. Bei der hybriden Gruppe verhielt es sich gleich, jedoch konnte diese Gruppe zusätzlich auf die Lernumgebung (siehe letzten Lehrbericht) zugreifen. Die virtuellen Gruppen nahmen nicht an den Präsenzveranstaltungen teil. Die Vorlesungen wurden komplett über das Internet on demand abgewickelt. Virtuelle Übungen wurden über die Teleconferencingschnittstelle des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) rein virtuell gehalten. Hierbei wurde ein Touchboard von Wacom mit Stiftfunktion eingesetzt. In der virtuellen Übung konnten Grafiken von den Studenten per "Copy and Paste" eingefügt werden; ebenso konnten die Studenten Zeichnungen über das Netz erstellen. Die Studenten waren nur mittels des Computers und einem Headset (Mikrofon und Kopfhörer) mit dem Übungsleiter "verbunden". Die Übungen wurden sowohl in der Präsenz-, hybriden und virtuellen Gruppe wöchentlich im Kleingruppensystem (maximal sieben Teilnehmer) abgehalten. Hierbei wurde eine Gruppenaufgabe (übergreifende Transferaufgabe) ins Netz gestellt, welche die Studenten bis zu einem bestimmten Termin lösen mussten. Die von den Studenten abgegebenen Lösungsskizzen wurden dann vom Übungsleiter korrigiert und in der Übung besprochen. Die Freischaltung der Vorlesungen in der Lernumgebung erfolgte parallel zur Präsenzvorlesung. Vorteil der hybriden und virtuellen Gruppe war die Möglichkeit, sich alte Vorlesungen nochmals ansehen zu können. Nun soll anhand der gesammelten Daten (Vorleistungen, Note, Angaben im Fragebogen, Daten aus der Lernumgebung etc.) ermittelt werden, wer wie in welcher Gruppe abgeschnitten hat und welche Faktoren hier eine wichtige Rolle bei der Lernleistung und dem Notenerfolg gespielt haben. Ein Folgeprojekt wurde von der vhb genehmigt: Europäische Wirtschaft - Ausbau des vorhandenen Angebots. Es werden drei zusätzliche Vorlesungen erstellt: EU-Osterweiterung, Geldpolitik und Stabilitäts- und Wachstumspakt. Die Umsetzung erfolgt im Stil der ersten Veranstaltung und wird in das bestehende Angebot integriert.
Herr Professor Jerger hat in den Übungen zu seinen beiden Hauptstudiumsvorlesungen Außenhandel I und Außenhandel II im WS 03/04 zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Lingens jeweils ein "Weihnachtsquiz" mit besonders anspruchsvollen Übungsaufgaben durchgeführt. Eine vom Ordinarius gespendete Kiste Prosecco für die besten von den Studenten vorgetragenen Lösungen zeitigte die erhoffte Motivationswirkung. Am 28.01.2004 war in der Vorlesung Außenhandel II: Handelspolitik Herr Professor Dr. Julius Horvath von der Central European University Budapest zu Gast mit einem Vortrag zu dem Thema Exchange Rate Regime Experiences in Visegrad Countries before Adopting the Euro. Der Vortrag beschränkte sich nicht auf Fragen des Wechselkursregimes, sondern gab ein breites Bild der wirtschaftlichen Situation in den mittel- und osteuropäischen Staaten. Dementsprechend rege und erfreulich war die Diskussion mit den Studierenden.
Herr Professor Drukarczyk hat mit seinem Lehrstuhl für das Fach Betriebliche Finanzierung eine didaktisch besonders intensive Übung angeboten. In dieser Veranstaltung wurden die Studenten veranlasst, sich intensiv auf die jeweiligen Sitzungen vorzubereiten, vorgegebene Hausarbeiten zu bearbeiten und deren Lösungen eigenständig vor der Gruppe vorzutragen. Veranstaltungen dieser Art werden von den Studenten hoch geschätzt, wie entsprechende Evaluationsergebnisse zeigen. Es wäre sehr erwünscht, wenn in künftigen Semestern Mittel für solche Veranstaltungen in höherem Umfang bereitgestellt werden könnten. Im vergangenen Studienjahr musste die erwähnte Veranstaltung teilweise aus Spendenmitteln finanziert werden.
Auf Einladung von Herrn Professor Röder referierte im Rahmen der Veranstaltung Finanz-management Herr Stefan Heppelmann, CFA, Vice President von Stern Steward & Co Management Consultants am 22.06.2004 zum Thema Vom Wert guter Unternehmensführung - Einblick in die Management-Welt hinter der Kennzahl EVA. Im Anschluss wurden mehrere Fallstudien präsentiert und diskutiert. Während der mündlichen Vorträge im Rahmen der Seminarveranstaltung Finanzdienstleistungen am 02.07.2004 waren kompetente Vertreter der Dresdner Bank bzw. der Dresdner Kleinwort Wasserstein anwesend.
In die Vorlesung Bankinformatik I von Herrn Professor Bartmann wurde die gleichzeitig in Regensburg stattfindende Tagung Bankenwelt und Automobilindustrie im Dialog als prüfungsrelevanter Stoff integriert. Dort diskutierten Führungskräfte der ersten Ebene mit dem Auditorium über "Best Practice" auf den Gebieten Strategisches IT-Controlling, Kostenmanagement und Prozessmanagement.
Am Lehrstuhl Management der Informationssicherheit von Herrn Professor Federrath ist die Lehrveranstaltung Praxis der IT-Sicherheit hervorzuheben. Diese fand im neu eingerichteten Labor für IT-Sicherheit statt, das über sechs Arbeitsplätze verfügt. In diesem Labor können die Studenten Angriffe auf Rechnersysteme praktisch durchführen, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung des Universitätsnetzes kommt. Die Lehre findet voll interaktiv und in der Gruppe statt. Pro Semester können nur 12 Studenten an der Lehrveranstaltung teilnehmen, was auch die Intensität (aber auch den Aufwand) der Lehre unterstreicht. Das innovative Lehrangebot wurde von den Studenten mit großer Begeisterung angenommen.
Am Lehrstuhl Wirtschaftsgeschichte von Herrn Professor Gömmel hielt Frau Prof. Dr. Jana Gerslova von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der VSB-TU Ostrava im Sommersemester 2004 einen Gastvortrag mit dem Thema Die wirtschaftliche Vergangenheit der böhmischen Länder (1870-1914): Industrie, Handel und Banken. Dabei wurden insbesondere die Parallelen aufgezeigt mit anderen europäischen und heutigen Entwicklungsländern.
Vom 13. bis zum 16. April 2004 fand eine Seminarwoche Fit für die Bewerbung statt. Damit wurde den Studierenden und Absolventen aller Fakultäten eine Plattform zur optimalen Vorbereitung auf einen qualifizierten Start ins Berufsleben geboten. In Vorlesungen und Workshops wurden die Problemfelder während des Berufseinstiegs behandelt und die Seminarteilnehmer optimal auf die ersten Firmenkontakte und Vorstellungsgespräche vorbereitet. Die Organisation lag in den Händen von Marketing & Career Services (Frau Sandra Mück).


5.Neuer Studiengangs "Internationale Volkswirtschaftslehre mit Ausrichtung auf Mittel- und Osteuropa"

Der Hochschulrat der Universität Regensburg hat auf seiner Sitzung vom 08.11.2003 der Einrichtung eines neuen Studiengangs Internationale Volkswirtschaftslehre mit Ausrichtung auf Mittel- und Osteuropa zugestimmt. Der Fachbereichsrat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät verabschiedete die Änderungssatzung zur bestehenden Diplomprüfungsordnung in seiner Sitzung vom 14.01.2004. Der neue Studiengang führt zu einem Diplomabschluss mit dem Titel des Diplomvolkswirts/der Diplomvolkswirtin. Mit der Vergabe des Diplomtitels soll der hohe Marktwert des Wirtschaftswissenschaftlichen Diplomabschlusses der Universität Regensburg genutzt werden. Es werden nur besonders befähigte und motivierte Studierende zu diesem neuen Studiengang zugelassen. Deshalb wird von der Fakultät ein lokales Auswahlverfahren durchgeführt. Die Zulassungszahl pro Jahr (verteilt auf zwei Semester) wird ca. 25-30 betragen.
Die in der Beibehaltung des Titels "Diplom-Volkswirt" dokumentierte Tiefe der volkswirt-schaftlichen Ausbildung ist inhaltlich dadurch motiviert, dass die Absolventen eine klare fachwissenschaftliche Kernkompetenz aufweisen sollen. Relativ zum bestehenden Studiengang "Volkswirtschaftslehre" wird dabei eine stärkere Fokussierung auf Internationale Ökonomik sowie auf volkswirtschaftliche Veranstaltungen zu Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen vorgeschrieben, gleichzeitig aber verlangt, dass die Studierenden einen weiteren Schwerpunkt mit Bezug zu Mittel- und Osteuropa aus einer nicht-wirtschaftswissenschaftlichen Disziplin einbringen sowie sich einer Sprachausbildung in einer mittel- oder osteuropäischen Sprache unterziehen. Dabei wird der neue Studiengang von dem an der Universität Regensburg bereits vorhandenen und sehr umfassenden Lehrangeboten in mittel- und osteuropäischen Sprachen profitieren können. Die internationale Ausrichtung wird weiterhin durch einen obligatorischen Studien- oder einschlägigen Arbeitsaufenthalt (Praktikum) im mittel- bzw. osteuropäischen Ausland unterstrichen.
Relativ zum bestehenden Studiengang "Volkswirtschaftslehre" kann daher das Konzept in folgenden Punkten zusammengefasst werden:
  • Beibehaltung der fachwissenschaftlichen Tiefe in Volkswirtschaftslehre,
  • Fokussierung der Studieninhalte auf "Internationale Ökonomik" durch eine gewisse Einschränkung der Wahlmöglichkeiten im Hauptstudium,
  • Einbringung eines Studienschwerpunkts mit Bezug zu Mittel- und Osteuropa aus einer anderen Fakultät,
  • obligatorisches Erlernen einer mittel- bzw. osteuropäischen Fremdsprache,
  • obligatorischer Auslandsaufenthalt.
Für die Universität Regensburg und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät bietet der geplante Studiengang die Möglichkeit einer weiteren Profilbildung, insbesondere der Betonung der Rolle als bundesweit führendes wissenschaftliches Kompetenzzentrum für Fragen mit einem regionalen Bezug zu Mittel- und Osteuropa. Die Schwerpunktbildung in Lehre und Forschung zu Ost-, Mittel- und Südosteuropa an der Universität Regensburg, die insbesondere im Europaeum (Ost-West-Zentrum) seinen Niederschlag findet, wird dadurch nachdrücklich unterstützt. Durch den geplanten Umzug des Osteuropa-Instituts von München nach Regensburg können weitere Synergien genutzt werden.
Das Grundstudium im neuen Studiengang besteht im Wesentlichen (mit einer Entlastung um 4 SWS) aus dem derzeitigen Grundstudium des Studiengangs Volkswirtschaftslehre. Hinzu treten jedoch eine Sprachausbildung in einer mittel- bzw. osteuropäischen Fremdsprache im Umfang von ca. 24 SWS sowie ein Propädeutikum in dem Schwerpunkt, der im Hauptstudium an einer anderen Fakultät studiert wird im Umfang von ca. 4 SWS. Da die Sprachausbildung teilweise auch in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden kann, ist eine Studierbarkeit des Grundstudiums in vier Semestern gewährleistet. Das Hauptstudium orientiert sich an dem Rahmen des ECTS und der Grundstruktur des Studiengangs Volkswirtschaftslehre. Es umfasst als Blöcke die Diplomarbeit, einen aus zwei Seminaren bestehenden Seminarblock und den Modulblock. In letzterem sind der volkswirt-schaftliche Studienschwerpunkt Internationale und Interregionale Ökonomie und zehn Kreditpunkte aus Veranstaltungen zur Thematik Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen verpflichtend vorgeschrieben. Die interdisziplinäre Ausrichtung des neuen Studiengangs wird vor allem durch die Einbeziehung von Studieninhalten mit Bezug zu Mittel- und Osteuropa aus anderen Fakultäten (insbesondere Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft) gewährleistet. Der Studienbetrieb beginnt im kommenden Wintersemester. Das Auswahlverfahren ist zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Lehrberichts noch nicht abgeschlossen.


6. "Honors"-Elitestudiengänge

Durch die Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft hat sich das Ausbildungsziel der Hochschulabsolventen verschoben. Es reicht heute nicht mehr aus, nur die Theorie der Wirtschaftswissenschaften zu beherrschen. Vielmehr wird es immer wichtiger, auch in Bereichen wie Kommunikation, Konfliktmanagement und Teamarbeit sowie soziokultureller Kompetenz Fähigkeiten zu entwickeln und durch Praxiserfahrungen abzurunden. Da unsere Fakultät diese Veränderung erkannt hat, wurde im Januar 2003 im Strukturplan der Fakultät eine neue Leitlinie Qualität mit Fokus auf Kernkompetenzen festgelegt. Mit Einführung des "Honors"-Programms konnte ein erster Schritt zur Umsetzung dieser Leitlinie und zur Eliteförderung getan werden. Die Universität soll so zum einen für besonders begabte und hoch qualifizierte Studierende attraktiver gemacht werden, zum anderen auch die Interdisziplinarität zwischen einzelnen Fachbereichen durch die Einführung von so genannten "Honors"-Kompetenzschwerpunkten verstärkt werden. Der innovative Charakter kann anhand eines Benchmarks mit deutschen, europäischen und amerikanischen Universitäten aufgezeigt werden. Es ist dabei festzustellen, dass es in Deutschland kein vergleichbares Programm gibt. Beispiele aus dem europäischen Ausland (wie das "Center of Excellence" der Wirtschaftsuniversität Wien; die Universitäten Edinburgh und Manchester) und Amerika (wie die im Business Week Ranking unter den zwanzig besten aufgeführten Universitäten Michigan, UCLA, University of North Carolina, University of Maryland, University of Texas und Georgia Institute of Technology) stellen den eingeschlagenen Weg der Fakultät als richtungsweisend heraus.
Das "Honors"-Programm wurde im Sommersemester 2003 eingeführt, also noch vor der jetzt aktuellen Eliteförderungsdiskussion bei Bund und Ländern. Durch diese Diskussion wurde es möglich, im WS 2003/2004 einen Antrag auf Förderung des "Honors"-Programms an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zu stellen, da hier gezielt im neu geschaffenen Elitenetzwerk Bayern Mittel für Elitestudiengänge zur Verfügung gestellt werden sollten. Dieser Antrag, dessen Antragsteller die Professoren Michael Dowling (Vorsitzender des "Honors"-Ausschusses), Lutz Arnold, Hans Jürgen Drumm und Günter Pernul waren, wurde in Kooperation mit der LMU München (insbesondere Professor Arnold Picot als Mitantragssteller) eingereicht. Aus über 110 Anträgen von allen bayerischen Universitäten konnten sich letztlich zehn Elitestudiengänge und fünf internationale Doktorandenkollegs durchsetzen, darunter der Antrag unserer Fakultät. Damit ist unsere Fakultät neben der Universität Augsburg, die einen auf Finanzmanagement ausgerichteten Elitestudiengang ins Leben ruft, die einzige wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, die einen Elitestudiengang im Rahmen des Elitenetzwerks Bayern einrichten kann. Die Bewilligung des Antrag sieht ab September 2004 drei zusätzliche C1-Stellen für "Honors"-Assistenten vor, sowie rund eine Million Euro Fördergelder zum Ausbau des "Honors"-Programms in eigene "Honors"-Elitestudiengänge in den Fächern Betriebs-wirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik über die nächsten fünf Jahre.
Das ursprüngliche "Honors"-Programm wurde als während des Hauptstudiums studienbegleitende Zusatzausbildung eingeführt. Hierbei waren folgende Elemente verpflichtend:
  • ein "Honors"-Kompetenzschwerpunkt von besonders anspruchsvollen Vorlesungen,
  • ein zusätzliches Seminar ("Honors"-Seminar), das bei den Anforderungen über ein reguläres Seminar hinausgeht,
  • ein "Honors"-Projekt, das z. B. aus einem Literaturstudium mit anschließender schriftlicher Arbeit und wissenschaftlichem Gespräch bestehen kann oder der Mitarbeit an einem empirischen Forschungsprojekt,
  • ein gelenktes Praktikum von mindestens 6 Wochen,
  • die Teilnahme an fachspezifischen Exkursionen.
Durch einen Ausbau des Programms zu eigenen Elitestudiengängen im Rahmen des Elitenetzwerks Bayern sind nun folgende zusätzliche Studienleistungen realisierbar:
  • ein verpflichtender Auslandsaufenthalt von mindestens einem Semester an einer sehr guten Partnerhochschule, möglichst mit eigenem "Honors"-Programm,
  • die Teilnahme an einer zweiwöchigen "Honors"-Akademie mit exzellenten Gastprofessoren aus bayerischen und ausländischen Partnerhochschulen,
  • das Angebot von Kursen im Bereich Kommunikation, Rhetorik, Präsentationsschulungen, interkulturelles Training u. ä.,
  • der Ausbau der fachspezifischen Exkursionen,
  • ein "Mentoring"-Programm mit Professoren, Assistenten und Wirtschaftspartnern,
  • Erweiterung des Kompetenzschwerpunkt-Angebotes im Studiengang Wirtschaftsinformatik von einem auf zwei mögliche Kompetenzschwerpunkte,
  • Aufnahme der Kooperation mit anderen Elitestudiengängen wie beispielsweise der Universität Augsburg und der LMU München.
Besonders ist in diesem Zusammenhang die "Honors"-Akademie herauszustellen, die zum ersten Mal im August 2005 in Kooperation mit dem CERGE-Institut in Prag abgehalten werden soll. Die "Honors"-Akademie beruht auf den Prinzipien Internationalität und Forschungskompetenz. Es ist geplant, über den Zeitraum von circa zwei Wochen zunächst an der Fakultät selbst durch ein Dozententeam in einem bestimmten Forschungsbereich in ganztägigen Seminaren und Veranstaltungen theoretische und methodische Kenntnisse zu vermitteln. Zusätzlich dazu beleuchten Praktiker das Themengebiet durch Gastvorträge näher. Auch werden in diesem Zeitraum sportliche Aktivitäten und Kulturveranstaltungen integriert. Im Anschluss an die Vorbereitung an der Universität ist ein Auslandsaufenthalt von circa 5 - 8 Tagen vorgesehen, dessen Ziel das Land ist, in dem der jeweilige Forschungsaspekt besonders erfolgreich umgesetzt oder aufgegriffen worden ist.
Durch die Umwandlung in eigene Elitestudiengänge können die Ziele der Fakultät sowie die des Elitenetzwerks Bayern noch besser umgesetzt werden: verstärkte Internationalität, hohe Betreuungsintensität, exzellentes Lehrangebot, Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, Vernetzung mit anderen Fächern und universitären Einrichtungen sowie die Vernetzung mit der Praxis.
Den derzeit im "Honors"-Programm befindlichen Studenten (48 Studierende zwischen dem vierten und achten Fachsemester) wird die Möglichkeit des Wechsels in die Elitestudiengänge gegeben. Derzeit beabsichtigen circa 25 Studierende diese Chance zu nutzen. Insbesondere können die Studierenden durch den Wechsel einen studiengangsspezifischen Elite-Abschluss erreichen: Diplomkaufmann ("Honors"), Diplomvolkswirt ("Honors") oder Diplom-Wirtschaftsinformatiker ("Honors"). Die "Honors"-Elitestudiengänge starten zum Wintersemester 2004/2005. Zu diesem Zeitpunkt werden aus den Studierenden, die im Sommersemester 2004 das Vordiplom absolviert haben, weitere Kandidaten für die Elitestudiengänge ausgewählt.
Weiterhin richten sich die "Honors"-Studiengänge an die circa 5% der besten Absolventen der Vordiplomprüfung. Zur Auswahl der Kandidaten werden neben hervorragender fachlicher Qualifikation auch Zusatzqualifikationen wie spezielle Praktika, Sprachkenntnisse und andere besonderen Fähigkeiten berücksichtigt. Nach einer schriftlichen Bewerbung werden die Studierenden zu einem Vorstellungsgespräch mit dem "Honors"-Ausschuss eingeladen. Im Anschluss daran wird entschieden, ob der Studierende in die Elitestudiengänge aufgenommen wird.
Für das "Honors"-Programm konnten bereits renommierte Unternehmen wie Accenture, Allianz, BMW Group, Deutsche Bank, E.on Bayern, Pfleiderer AG und Siemens VDO als strategische Partner gefunden werden. Diese Unternehmen stehen auch den "Honors"-Elitestudiengänge als Kooperationsfirmen zur Verfügung. Sie unterstützen die Elitestudiengänge beispielsweise mit folgenden Leistungen:
  • Vermittlung von Praktikaplätzen bei den Kooperationspartnern,
  • Führungskräfte der Kooperationsfirmen als Ansprechpartner/Mentoren für die Studenten (Karriereplanung etc.),
  • Exkursionen zu Partnerfirmen,
  • Workshops/Kaminabende und Fachvorträge der Kooperationspartner,
  • Finanzielle Unterstützung des Programms durch die Partner (Stipendien für Auslandsaufenthalte, Projektfinanzierung etc.).
Die Röchling-Stiftung, die über einen Bericht der Wirtschaftswoche auf das "Honors"-Programm aufmerksam wurde, hat sich zudem bereit erklärt den "Honors"-Studierenden für ihre Auslandsaufenthalte Stipendien zur Verfügung zu stellen. Aus diesen Mitteln stehen den "Honors"-Studierenden insgesamt 30.000 Euro über die nächsten drei Jahre zur Verfügung.
Ein erweiteter Internetauftritt mit internem Bereich für die "Honors"-Studierenden (Foren, Berichte, Praktikaangebote u. ä.) wurde im Sommersemester 2004 unter www.honors.de eingerichtet. Ansprechpartner sind Herr Professor Dowling als Vorsitzender des "Honors"-Ausschusses und Frau Patricia Kraft als Koordinatorin der "Honors"-Elitestudiengänge.



7.Veränderungen in der Fakultät

Im Berichtszeitraum wurden am Institut für Betriebswirtschaftslehre zwei Lehrstühle neu besetzt. Herr Professor Andreas Otto übernahm den Lehrstuhl für Controlling und Logistik, Herr Professor Klaus Röder den Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen. Beide stellten am 24.06.2004 in Antritts-vorlesungen ihre Konzepte für Forschung und Lehre vor. Zu Beginn des kommenden Wintersemesters wird Herr Professor Axel Haller von der Universität Linz den Lehrstuhl für Financial Accounting and Auditing in der Nachfolge von Herrn Professor Scherrer übernehmen. Durch diese Neubesetzungen und durch die Neuorganisation des Studienschwerpunkts Allgemeine Betriebswirtschaftslehre konnte das Institut die im letzten Lehrbericht erwähnten Engpässe beseitigen. Die erwähnte Neuorganisation induzierte auch eine Änderung der Diplomprüfungsordnung. Durch die Vereinheitlichung der Bepunktung der Übungen im Rahmen des Kreditpunktesystems kam das Institut einem schon seit längerem geäußerten Wunsch der Studenten nach.
Am Institut für Volkswirtschaftslehre wird Herr Professor Rolf Tschernig von der Universität Maastricht am 01.10.2004 den Lehrstuhl für Ökonometrie übernehmen.
Am 29.10.2003 wurde ein Tag der Wirtschaftsinformatik veranstaltet. Dabei stellten alle Lehrstühle des Instituts ihre Konzepte für Forschung und Lehre interessierten Studenten, Kollegen und auswärtigen Besuchern vor. Insbesondere fanden die Antrittsvorlesungen der bereits vor Beginn des Berichtszeitraums berufenen Professoren Hannes Federrath und Günther Pernul statt. Durch den Weggang von Professor Franz Lehner zu Beginn des vergangenen Sommersemesters wurde ein Berufungsverfahren für diesen Lehrstuhl nötig. Dieses wurde zügig durchgeführt, sodass es jetzt vom zuständigen Ministerium abhängt, ob die Wiederbesetzung zügig erfolgen kann.
Aufgrund der dankenswerten Initiative von Herrn Dr. Johann Vielberth und seiner Bereitschaft zu einem beeindruckenden finanziellen Engagement konnte an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg das Vielberth-Institut für Immobilienwirtschaft errichtet werden. Im Berichtszeitraum wurde als Erstes der Lehrstuhl für Immobilienökonomie (Real Estate Economics) durch Herrn Professor Gabriel S. Lee besetzt. Dessen Lehrveranstaltungen bilden bis zur Etablierung des neuen Studiengangs Immobilienwirtschaft derzeit das Rückgrat des VWL-Studienschwerpunkts Regional-, Stadt- und Immobilienökonomie. Der Lehrstuhl für Immobilienmanagement (Real Estate Development and Management) wird am 01.10.2004 durch Herrn Professor Wolfgang Schäfers besetzt.


8.Bologna-Prozess

Die durch die Unterzeichnung der Bologna-Absichtserklärung initiierte flächendeckende Einführung von Bachelor- und Master-Abschlüssen als Ersatz für das Diplom ist in der Fakultät umstritten. Gute Gründe sprechen für diese reservierte Haltung. Der Diplom-Abschluss erfreut sich sowohl national als auch international eines hohen Ansehens und ist ein in Jahrzehnten harter Arbeit erworbenes Markenzeichen. Zudem sind die von den Akkreditierungsagenturen verlangten Kosten enorm hoch. Woher diese finanziellen Mittel kommen sollen, ist ungeklärt. Andererseits scheint der Prozess schon soweit fortgeschritten, dass ein Abseitsstehen trotz dieser Unklarheiten mit erheblichen Risiken behaftet ist. Hier wird die Fakultät in den kommenden Monaten wichtige Weichenstellungen zu treffen haben. Als ersten Schritt zur Internationalisierung der Studienabschlüsse hat die Fakultät die Einführung des Diploma-Supplements in die Wege geleitet.


Regensburg, den 29.09.2004
Professor Dr. P. Lory
(Studiendekan)