Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre
insbesondere Revisions- und Treuhandwesen

(Financial Accounting and Auditing)
Prof. Dr. Gerhard Scherrer

 

Seminar zu Revisions- und Treuhandwesen und zu Allgemeiner Betriebswirtschaftslehre im WS 1995/96

Thema: Bilanzierung des Erwerbs von Unternehmen und von Unternehmensteilen

Abschlußklausur vom 10.11.1995

Die Angabe der Beträge erfolgt jeweils in Tsd. DM.

  1. Nehmen Sie zu der folgenden These Stellung: "Stimmrechtslose Vorzugsaktien erfüllen nicht die Voraussetzung einer Beteiligung."
  2. Eine AG übernimmt bei der Gründung (Vertragsabschluß 30.10.94) einer GmbH 25 % der Kapitalanteile und der Stimmrechte. Die Einzahlungsverpflichtung von 40 % des übernommenen Kapitalanteils von 100 wird am 15.11.1994 durch Banküberweisung erfüllt. Ein Aufgeld von 200 % wird nicht eingezahlt. Die GmbH wird am 1.12.1994 zur Eintragung in das HR angemeldet. Die Eintragung in das HR erfolgt am 18.1.1995. Am 20.10.1995 werden weitere 40 % der ausstehenden Einlagen und die Hälfte des Aufgeldes eingefordert. Die Einzahlung erfolgt am 3.1.1996.
    Zeigen Sie die bilanzielle Wirkung des Vorgangs im Jahresabschluß der AG und der GmbH auf.
  3. Eine AG ist Komplementär einer KG. Die bedungene Einlage von 500 wurde 1994 erbracht. Im Jahresabschluß zum 31.12.1994 weist die KG einen Verlust in Höhe der Hälfte des Eigenkapitals von 1.000 auf; im Jahresabschluß zum 31.12.1995 beträgt der Verlust 800; im Jahresabschluß 31.12.1996 wird ein Gewinn von 2.000 ausgewiesen.
    Zeigen Sie die bilanzielle Behandlung des Vorgangs im Jahresabschluß der AG auf. Prüfen Sie, welche Veränderungen sich ergeben würden, wenn die AG Kommanditistin der KG wäre.
  4. Nehmen Sie zu der folgenden These Stellung: "Ein nachhaltiges Sinken des Wechselkurses erfordert keine Abschreibung, wenn der Ertragswert der Beteiligung gestiegen ist."
  5. Eine AG erwirbt ein Unternehmen A gegen Gewährung einer Rente in Höhe von 360 p.a. mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Der Kapitalmarktzins beträgt 8 %. Die Bilanz von A stellt sich wie folgt dar:


    Zu den Bilanzposten sind folgende Informationen gegeben:
    Der Verkehrswert eines im Sachanlagevermögen aktivierten Grundstücks beträgt 500; die ursprünglichen Anschaffungskosten sind 200.
    Im sonstigen Umlaufvermögen sind stille Reserven von 75 enthalten.
    Es bestehen nichtpassivierte Pensionszusagen von 120.
    Die sonstigen Rückstellungen stellen Aufwandsrückstellungen dar.
    Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Darlehen von 100 mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei ungünstigen Konditionen zu einem Zinssatz von 10 % aufgenommen. Das Disagio von 10 wurde aktiv abgegrenzt.
    Das Unternehmen erhielt Mietvorauszahlungen von 25.

    Bestimmen Sie die Höhe eines bei der AG aktivierbaren Geschäfts- oder Firmenwertes, und zeigen Sie die möglichen Methoden zur Verteilung des Kaufpreises auf die übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden auf.

  6. Nehmen Sie an, bei dem oben dargestellten Unternehmen A handelt es sich um eine AG mit gezeichnetem Kapital von 1.000, Kapitalrücklage von 500 und Gewinnrücklagen von 200. Die Gesellschaften beschließen eine Verschmelzung durch Aufnahme. Die übernehmende AG erhöht zur Durchführung der Verschmelzung ihr Grundkapital um 500. Der Ausgabekurs der neuen Aktien beträgt 480 %. Die Bilanz der übernehmenden AG vor Kapitalerhöhung und Verschmelzung stellt sich wie folgt dar:

    Stellen Sie die Bilanz der übernehmenden AG nach der Verschmelzung unter Zugrundelegung der alten Rechtslage auf, und zeigen Sie die konzeptionellen Unterschiede bei der Übernahme der Schlußbilanzwerte von A im Vergleich zur neuen Rechtslage auf.
 
Prof. Dr. Gerhard Scherrer
Universität Regensburg
Universitätsstr. 31
93053 Regensburg

Postanschrift:
Wirtschaftswiss. Fak.
93040 Regensburg

Tel.: +49 941 943-2691
Fax: +49 941 943-4497

Sekretariat:
Sonja Amann
Tel.: +49 941 943-2692
Fax: +49 941 943-4497

Home
Lehre
OPI
Forschung
Mitarbeiter
Aktuell

 

 

SucheImpressumHomepage

Stand:

19.10.98

Bearbeiter:

Göbel