Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre
insbesondere Revisions- und Treuhandwesen

(Financial Accounting and Auditing)
Prof. Dr. Gerhard Scherrer

 

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Forschungsprojekte am Lehrstuhl

Inhalt

Scherrer, Gerhard: Kommentierung Konzernrechnungslegung
Scherrer, Gerhard: Konzernrechnungslegung bei Verschmelzung von Mutter- und Tochterunternehmen
Scherrer, Gerhard: Interne Insolvenzrechnungslegung bei Verfahrenseröffnung
Göbel, Stefan: Risikoorientierte Abschlußprüfung
Göbel, Stefan: Internationale Rechnungslegung
Gabelsberger, Franz: Equitybilanzierung im Einzelabschluß
Kelle, Holger: Segmentberichterstattung

Scherrer, Gerhard
Kommentierung Konzernrechnungslegung
Im Kölner Kommentar zum Aktiengesetz als einem der führenden aktienrechtlichen Kommentare fehlt bislang eine Kommentierung der auch für die AG und die KGaA maßgebenden Vorschriften des Handelsgesetzbuchs zur Konzernrechnungslegung. Die Lücke soll für die nunmehr nahezu vollständig vorliegende zweite Auflage des Kommentars geschlossen werden. Die zusammen mit Carsten P. Claussen vorzunehmende Kommentierung beruht auf dem aktuellen Stand von Gesetz und Rechtsprechung unter Berücksichtigung der durch das Bankbilanzrichtlinie-Gesetz und das Versicherungsbilanzrichtlinie-Gesetz in das HGB eingefügten Vorschriften zur wirtschaftszweigbezogenen Konzernrechnungslegung, der Konzernabschlußbefreiungsverordnung i.d.F. vom 28.10.1996 sowie der durch das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz und des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vorzunehmenden Änderungen des HGB.

Scherrer, Gerhard
Konzernrechnungslegung bei Verschmelzung von Mutter- und Tochterunternehmen
Mit dem Inkrafttreten des neuen Umwandlungsgesetzes haben die Vorschriften zur Rechnungslegung von Unternehmen bei Verschmelzung Änderungen erfahren. Sie betreffen im wesentlichen die Zugrundelegung des Anschaffungswertprinzips als maßgebliches Bilanzierungsprinzip beim übernehmenden Rechtsträger, das weiterhin zulässige Prinzip der Buchwertfortführung, die erfolgsneutrale Behandlung von Verschmelzungsdifferenzen beim Anschaffungswertprinzip und die erfolgswirksame Behandlung bei Buchwertfortführung. Während die sich aus der Ausrichtung des § 24 UmwG für den Einzelabschluß ergebenden Probleme im Schrifttum breit diskutiert sind, ist die bilanzielle Behandlung von Verschmelzungen von Konzernunternehmen in der Konzernrechnungslegung weitgehend ungeklärt. Das vorliegende Forschungsprojekt soll einen Beitrag zur Lösung der anstehenden Fragen leisten.

Scherrer, Gerhard
Interne Insolvenzrechnungslegung bei Verfahrenseröffnung
Nach § 153 der zum 1.1.1999 in Kraft tretenden Insolvenzordnung hat der Insolvenzverwalter bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Vermögensübersicht (Insolvenzeröffnungsbilanz) aufzustellen, die neben anderen Informationen eine Grundlage für die Entscheidung der Gläubigerversammlung über den Verfahrensfortgang, d.h. die Fortführung des Unternehmens oder seine Auflösung, bilden soll. Abweichend von der geltenden Regelung sind in der Insolvenzeröffnungsbilanz die Vermögensgegenstände des Schuldners nicht mit Zerschlagungswerten, sondern nebeneinander mit Fortführungswerten und Liquidationswerten anzusetzen. Das anstehende Forschungsprojekt soll zum einen der Beantwortung der Frage nach den in die Vermögensübersicht aufzunehmenden Aktiv- und Passivposten, zum anderen nach der Festlegung der für die Aktivposten geforderten Werte gewidmet sein.

Göbel, Stefan
Risikoorientierte Abschlußprüfung
Als Ursache von Risiken bei der Abschlußprüfung konnten bisher unterschiedliche Formen der Unschärfe von Prüfungsinformationen identifiziert werden. Bisherige Ansätze zur risikoorientierten Abschlußprüfung verwenden als Risikomaß ausschließlich Wahrscheinlichkeiten und orientieren sich an einzelnen Risikokomponenten, wie z.B. inherent risk, control risk und detection risk. Sie vernachlässigen, daß unterschiedliche Formen von Unschärfe unterschiedliche Risikomaße notwendig machen. Es konnte ebenfalls gezeigt werden, daß unter bestimmten Voraussetzungen eine Aggregation der unterschiedlichen Risikomaße zu einem Glaubwürdigkeitsmaß (belief functions) möglich ist. Ziel des Forschungsprojektes ist es, einzelne Prüfungsmethoden, insbesondere für Systemprüfungen sowie für Stichprobenprüfungen, die auf bewußter Auswahl der Stichprobenelemente beruhen, dahingehend weiter zu entwickeln, daß sie diese Voraussetzungen erfüllen, ohne ihre praktische Einsatzmöglichkeit zu beschränken.

Göbel, Stefan
Internationale Rechnungslegung
Die zunehmende Internationalisierung der Rechnungslegung und die Diskussion über die Übernahme der Regelungen des IASC bzw. der US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles in nationales Recht durch das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz führte zu einem wachsenden Interesse an den geltenden internationalen Regelungen. Die bisherigen Schwerpunkte von Untersuchungen lagen auf der Darstellung von Unterschieden zwischen den Regelungen oder den daraus abgeleiteten Einflüssen auf bilanzielle Größen sowie auf der Analyse von Wirkungen unterschiedlicher Jahresabschlußinformationen auf den Kapitalmarkt. Im vorliegenden Forschungsprojekt werden neben der weiteren Analyse einzelner Konzeptionen, die dem Handelsrecht fremd sind, wie z.B. der Neubewertungsmethode (revaluation) in den IAS, auch Probleme der Umstellung des Rechnungswesens von Unternehmen beim Übergang auf internationale Jahresabschlüsse untersucht.

Gabelsberger, Franz
Equitybilanzierung im Einzelabschluß
De lege lata gilt für die Bilanzierung von Beteiligungen im Einzelabschluß im Gegensatz zum Konzernabschluß das Anschaffungskostenprinzip. Die Rechnungslegung nach IAS und den US-GAAP sieht dagegen die Möglichkeit vor, eine Bewertung at equity vorzunehmen. Vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Rechnungslegung und einer kritischen Analyse der Beteiligungsbilanzierung de lege lata wird im Rahmen einer de lege ferenda Betrachtung untersucht, wie und unter welchen Bedingungen eine Bilanzierung von Beteiligungen at equity in den Einzelabschluß integriert werden kann. Hinsichtlich der Entwicklung eines Konzeptes ist abzugrenzen, inwieweit eine equity Bewertung von der Unternehmensform des Beteiligungsunternehmens und den bestehenden Einflußmöglichkeiten abhängig ist. Ausgehend von der entwickelten Konzeption werden die Auswirkungen auf andere Bereiche, wie die Konzernrechnungslegung und die Verschmelzung aufgezeigt.

Kelle, Holger
Segmentberichterstattung
Mit zunehmender Diversifizierung der Geschäftstätigkeit der Unternehmen verliert der nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB aufgestellte Jahresabschluß an Aussagekraft, da sich unterschiedliche wirtschaftliche Tendenzen in den einzelnen Geschäftsbereichen durch Aggregation ausgleichen können. Eine Deckung des Informationsbedarfs der Jahresabschlußadressaten der Unternehmen ist nur bei Informationen über die relevanten Segmente möglich. Die in den deutschen Rechnungslegungsvorschriften nur schwach verankerte Segmentberichterstattung erfährt durch die Internationalisierung der Rechnungslegung zusätzliche Bedeutung. In dem Forschungsprojekt soll auf der Basis angelsächsischer und internationaler Regeln ein Konzept der Segmentberichterstattung für den nach deutschem Recht aufzustellenden Jahresabschluß und Konzernabschluß entwickelt werden. Im Vordergrund stehen dabei methodische Fragen der Segmentabgrenzung und der Datenermittlung auf der Grundlage der für die Rechnungslegungsadressaten relevanten Informationen.

Prof. Dr. Gerhard Scherrer
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Stand:

19.10.98

Bearbeiter:

Göbel