
Scherrer, Gerhard
Kommentierung Konzernrechnungslegung
Im Kölner Kommentar zum Aktiengesetz als einem der führenden aktienrechtlichen
Kommentare fehlt bislang eine Kommentierung der auch für die AG und die KGaA maßgebenden
Vorschriften des Handelsgesetzbuchs zur Konzernrechnungslegung. Die Lücke soll für die
nunmehr nahezu vollständig vorliegende zweite Auflage des Kommentars geschlossen werden.
Die zusammen mit Carsten P. Claussen vorzunehmende Kommentierung beruht auf dem aktuellen
Stand von Gesetz und Rechtsprechung unter Berücksichtigung der durch das
Bankbilanzrichtlinie-Gesetz und das Versicherungsbilanzrichtlinie-Gesetz in das HGB
eingefügten Vorschriften zur wirtschaftszweigbezogenen Konzernrechnungslegung, der
Konzernabschlußbefreiungsverordnung i.d.F. vom 28.10.1996 sowie der durch das
Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz und des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im
Unternehmensbereich (KonTraG) vorzunehmenden Änderungen des HGB.
Scherrer, Gerhard
Konzernrechnungslegung bei Verschmelzung von Mutter- und Tochterunternehmen
Mit dem Inkrafttreten des neuen Umwandlungsgesetzes haben die Vorschriften zur
Rechnungslegung von Unternehmen bei Verschmelzung Änderungen erfahren. Sie betreffen im
wesentlichen die Zugrundelegung des Anschaffungswertprinzips als maßgebliches
Bilanzierungsprinzip beim übernehmenden Rechtsträger, das weiterhin zulässige Prinzip
der Buchwertfortführung, die erfolgsneutrale Behandlung von Verschmelzungsdifferenzen
beim Anschaffungswertprinzip und die erfolgswirksame Behandlung bei Buchwertfortführung.
Während die sich aus der Ausrichtung des § 24 UmwG für den Einzelabschluß ergebenden
Probleme im Schrifttum breit diskutiert sind, ist die bilanzielle Behandlung von
Verschmelzungen von Konzernunternehmen in der Konzernrechnungslegung weitgehend
ungeklärt. Das vorliegende Forschungsprojekt soll einen Beitrag zur Lösung der
anstehenden Fragen leisten.
Scherrer, Gerhard
Interne Insolvenzrechnungslegung bei Verfahrenseröffnung
Nach § 153 der zum 1.1.1999 in Kraft tretenden Insolvenzordnung hat der
Insolvenzverwalter bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Vermögensübersicht
(Insolvenzeröffnungsbilanz) aufzustellen, die neben anderen Informationen eine Grundlage
für die Entscheidung der Gläubigerversammlung über den Verfahrensfortgang, d.h. die
Fortführung des Unternehmens oder seine Auflösung, bilden soll. Abweichend von der
geltenden Regelung sind in der Insolvenzeröffnungsbilanz die Vermögensgegenstände des
Schuldners nicht mit Zerschlagungswerten, sondern nebeneinander mit Fortführungswerten
und Liquidationswerten anzusetzen. Das anstehende Forschungsprojekt soll zum einen der
Beantwortung der Frage nach den in die Vermögensübersicht aufzunehmenden Aktiv- und
Passivposten, zum anderen nach der Festlegung der für die Aktivposten geforderten Werte
gewidmet sein.
Göbel, Stefan
Risikoorientierte Abschlußprüfung
Als Ursache von Risiken bei der Abschlußprüfung konnten bisher unterschiedliche Formen
der Unschärfe von Prüfungsinformationen identifiziert werden. Bisherige Ansätze zur
risikoorientierten Abschlußprüfung verwenden als Risikomaß ausschließlich
Wahrscheinlichkeiten und orientieren sich an einzelnen Risikokomponenten, wie z.B.
inherent risk, control risk und detection risk. Sie vernachlässigen, daß
unterschiedliche Formen von Unschärfe unterschiedliche Risikomaße notwendig machen. Es
konnte ebenfalls gezeigt werden, daß unter bestimmten Voraussetzungen eine Aggregation
der unterschiedlichen Risikomaße zu einem Glaubwürdigkeitsmaß (belief functions)
möglich ist. Ziel des Forschungsprojektes ist es, einzelne Prüfungsmethoden,
insbesondere für Systemprüfungen sowie für Stichprobenprüfungen, die auf bewußter
Auswahl der Stichprobenelemente beruhen, dahingehend weiter zu entwickeln, daß sie diese
Voraussetzungen erfüllen, ohne ihre praktische Einsatzmöglichkeit zu beschränken.
Göbel, Stefan
Internationale Rechnungslegung
Die zunehmende Internationalisierung der Rechnungslegung und die Diskussion über die
Übernahme der Regelungen des IASC bzw. der US-amerikanischen Generally Accepted
Accounting Principles in nationales Recht durch das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz
führte zu einem wachsenden Interesse an den geltenden internationalen Regelungen. Die
bisherigen Schwerpunkte von Untersuchungen lagen auf der Darstellung von Unterschieden
zwischen den Regelungen oder den daraus abgeleiteten Einflüssen auf bilanzielle Größen
sowie auf der Analyse von Wirkungen unterschiedlicher Jahresabschlußinformationen auf den
Kapitalmarkt. Im vorliegenden Forschungsprojekt werden neben der weiteren Analyse
einzelner Konzeptionen, die dem Handelsrecht fremd sind, wie z.B. der Neubewertungsmethode
(revaluation) in den IAS, auch Probleme der Umstellung des Rechnungswesens von Unternehmen
beim Übergang auf internationale Jahresabschlüsse untersucht.
Gabelsberger, Franz
Equitybilanzierung im Einzelabschluß
De lege lata gilt für die Bilanzierung von Beteiligungen im Einzelabschluß im Gegensatz
zum Konzernabschluß das Anschaffungskostenprinzip. Die Rechnungslegung nach IAS und den
US-GAAP sieht dagegen die Möglichkeit vor, eine Bewertung at equity vorzunehmen. Vor dem
Hintergrund der Internationalisierung der Rechnungslegung und einer kritischen Analyse der
Beteiligungsbilanzierung de lege lata wird im Rahmen einer de lege ferenda Betrachtung
untersucht, wie und unter welchen Bedingungen eine Bilanzierung von Beteiligungen at
equity in den Einzelabschluß integriert werden kann. Hinsichtlich der Entwicklung eines
Konzeptes ist abzugrenzen, inwieweit eine equity Bewertung von der Unternehmensform des
Beteiligungsunternehmens und den bestehenden Einflußmöglichkeiten abhängig ist.
Ausgehend von der entwickelten Konzeption werden die Auswirkungen auf andere Bereiche, wie
die Konzernrechnungslegung und die Verschmelzung aufgezeigt.
Kelle, Holger
Segmentberichterstattung
Mit zunehmender Diversifizierung der Geschäftstätigkeit der Unternehmen verliert der
nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB aufgestellte Jahresabschluß an
Aussagekraft, da sich unterschiedliche wirtschaftliche Tendenzen in den einzelnen
Geschäftsbereichen durch Aggregation ausgleichen können. Eine Deckung des
Informationsbedarfs der Jahresabschlußadressaten der Unternehmen ist nur bei
Informationen über die relevanten Segmente möglich. Die in den deutschen
Rechnungslegungsvorschriften nur schwach verankerte Segmentberichterstattung erfährt
durch die Internationalisierung der Rechnungslegung zusätzliche Bedeutung. In dem
Forschungsprojekt soll auf der Basis angelsächsischer und internationaler Regeln ein
Konzept der Segmentberichterstattung für den nach deutschem Recht aufzustellenden
Jahresabschluß und Konzernabschluß entwickelt werden. Im Vordergrund stehen dabei
methodische Fragen der Segmentabgrenzung und der Datenermittlung auf der Grundlage der
für die Rechnungslegungsadressaten relevanten Informationen.