Arbeitsmarktpolitik, Wettbewerbspolitik, Umweltpolitik, Verteilungspolitik und die Wirtschaftsordnung/ Wirtschaftsverfassung einschließlich des wechselseitigen Zusammenhangs zwischen Wirtschaft und Politik, Werturteilsfragen und Instrumentenwahl werden im konkreten Zusammenhang behandelt: Beziehungen zwischen Sachurteil und Werturteil. Kritik am Utilitarismus; Beziehungen zwischen ökonomischen und nichtökonomischen Zielen. Öffentliche Unternehmen, Gemeinwirtschaft. Gesichtspunkte bei der Auswahl wirtschaftspolitischer Instrumente. Armut als Ansatzpunkt.
Liberalismus im Sinne der interventionsfreien Marktwirtschaft. Allokation von Verfügungsrechten. Marktversagen. Begründungen für staatliche Interventionen in Marktwirtschaften. Neue Politische Ökonomie. Funktionsweise von parlamentarischen Parteien-Demokratien im Kontext durchorganisierter Marktgesellschaften; Korporatismus und Wirtschaftspolitik. Historische Entwicklung und einzelne Elemente der heutigen westlichen Wirtschaftssysteme. Soziale Marktwirtschaft.
Während die Analyse der Entstehung der sozialen Bedürfnisse vertieft wird durch die Thematisierung der historischen Entwicklung der Sozialpolitik (Rolle der Arbeiterbewegung, Interesse des Staates an sozialer Befriedung), betrifft das Problem der Durchsetzbarkeit sozialer Bedürfnisse die Theorie des modernen Wohlfahrtsstaates. Hier geht es um die Analyse der "Produktion von Sozialpolitik" im Wohlfahrtsstaat im Rahmen einer Theorie der "politischen Güter", die als politisch wünschenswerte Leistungen vom öffentlichen Sektor bereitgestellt werden oder im Rahmen öffentlicher Bindung privat produziert werden. Dieser Teilbereich der Theorie der Sozialpolitik kann z.B. im Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie dargestellt werden, wird aber hinsichtlich der Erklärungsdefizite der Neuen Politischen Ökonomie diskutiert.
Sozialpolitik ist nicht ahistorisch definierbar. Charakter, Funktionen, Zielgruppen, Organe und Institutionen, Instrumente etc. lassen sich im sozialen und historischen Wandel immer wieder neu bestimmen.
Im Rahmen der sozialpolitischen Institutionenlehre sollen die Struktur und Funktionsweise der wichtigsten Sicherungssysteme der bundesdeutschen Sozialpolitik kennengelernt werden (Alterssicherung/ Rentensicherung, Gesundheitswesen, Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe). Die Konstruktionsprinzipien (Vorsorge, Versicherung, Fürsorge; Bedarfs- und Äquivalenzprinzip; Kausal- und Finalprinzip etc.) sind in ihrer Idealtypik sowie in ihrer realtypischen Verknüpfung zu verstehen. Aufbauend auf dem Verständnis der Struktur und Funktionsweise sollen aktuelle Strukturprobleme wie Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung mit den Folgen einer neuen Armut und eines Funktionswandels der Sozialhilfe; Kostenentwicklung im Gesundheitswesen infolge von Steuerungsproblemen usw. erkannt und neue Entwicklungsperspektiven diskutiert werden: Mindesteinkommen, Reformen der Beitragsbemessungsgrundlagen der Arbeitgeberanteile zur Rentenversicherung, Selbstbeteiligung oder Positivlisten bei Arzneimitteln etc.
Es ergeben sich Anlehnungen an das Gebiet der Ordnungstheorie und -politiksowie der Allokation, aber auch der Wettbewerbs- und Stabilisierungspolitik.Innerhalb der Transformationsproblematik nimmt der ostdeutsche Transformationsprozeß aufgrund der Vereinigung mit der Bundesrepublik Deutschland mit der Folge der Weltmarktintegration sowie des Institutionentransfers von West nach Ost eine Sonderstellung ein.
Die Infrastrukturthematik weist Überschneidungen mit dem Gebiet der Allokation auf und muß daher auf Erkenntnisse dieses Gebietes zurückgreifen. Des weiteren zeichnen sich Zusammenhänge mit Fragender Ordnungstheorie und -politik ab.
Ergeben sich im Rahmen eines solchen Verständnisses der Infrastrukturthematik Überschneidungen mit Gebieten der Sozialpolitik (z.B. des Gesundheitswesens), so dient die Bildungspolitik und -ökonomik als ausgesuchtes Teilgebiet der Infrastruktur als Vertiefungs- oder Spezialisierungsmöglichkeit. Bildung weist einige typische Merkmale der Infrastrukturproblematik auf und kann exemplarisch im Rahmen einer Theorie"politischer Güter" definiert werden. Am Bildungssektor lassen sich zugleich die Probleme einer zielorientierten staatlichen Planung verdeutlichen (Über- und Unterkapazitäten, strukturelle Fehlentwicklungen i.S. mangelnder Synchronisierung mit der Arbeitsmarktstruktur etc.). Schließlich kann ein Grundproblem der Infrastrukturtheorie und -politik, nämlich die Frage der wachstums-, konjunktur- und arbeitsmarktpolitischen Bedeutung verdeutlicht werden.
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